2004 wurden das Bestattungsgesetz NRW und danach auch Bestattungsgesetze anderer Bundesländer geändert. Infolge einer beispiellosen Säkularisierung ist über einen einfachen Wandel hinaus ein deutlicher Verfall der Trauerkultur zu beobachten.
Viele Kommunalpolitiker wollen die Möglichkeiten des neuen Gesetzes für ihre Bürger nutzbar machen; dabei werden sie durch eine große mediale Präsenz zum Thema unterstützt. Auch von Hinterbliebenen werden viele Wünsche mit „Druck“ durchgesetzt. Bei Grabformen und Ruhefristen besteht ein heterogenes Bild, das den Vergleich kommunaler Satzungen erschwert. Darüber hinaus werden viele Begriffe selbst in Fachkreisen unterschiedlich verstanden.
Bei einem ersten Sondierungsgespräch über Konsequenzen aus dieser Entwicklung mit Vertretern von Fachverbänden (Bund deutscher Friedhofsgärtner e.V., Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands e.V.), wurde die Erarbeitung einer FLL-Veröffentlichung bzw. die Bildung eines entsprechenden FLL-Gremiums angeregt. Die FLL wurde als neutraler Verband und Koordinator gebeten, das Thema Bestattungs-/Trauerkultur aufzugreifen. Vor dem Hintergrund eines Wendepunktes bei der Liberalisierung der Bestattungsformen soll die FLL einen Gesamtüberblick über die Situation im Bestattungswesen erarbeiten. Für das inhaltliche Vorgehen bot sich ein Stufenmodell an, das unterschiedlichen Zielgruppen Rechnung tragen soll:
Eingebunden und um Entsendung von Vertretern gebeten wurden FLL-Mitgliedsverbände (insbesondere die Ständige Gartenamtsleiterkonferenz bei Dt. Städtetag), AG Friedhofswesen beim Dt. Städtetag, Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal, Bischofskonferenz der Katholischen Kirche, Bund deutscher Friedhofsgärtner, Evangelische Kirche Deutschlands, Religionswissenschaftler, Verband d. Friedhofsverwalter Deutschlands e. V., Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur.
Nach Konstituierung des AK im Juni 2006 erfolgte die Veröffentlichung als Fachbericht „Aktuelle Trauerkultur – Begriffsbestimmungen und religiöse Herleitung“ in 2008.
Dr. Karl-Heinz Kerstjens
Dr. Karl-Heinz Kerstjens
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