AG Technische Lieferbedingungen “Böden und Substrate” (TL BuS)

Gremienhintergrund/-ziel:

Mit der Neuveröffentlichung der „TL Fertigrasen – Technische Lieferbedingungen für Fertigrasen“ Ende Februar 2016 folgt die FLL internationalen Standards und formuliert in ihren Regelwerken Grundsätze für die Lieferung von Stoffen. Auch nach den Beschlüssen des Deutschen Instituts für Normung (DIN) sollen in den Fachnormen des Landschaftsbaus zukünftig nur noch Sachverhalte geregelt werden, welche dem Typus „Grund- und Planungsnorm“ entsprechen. Für die Lieferung und für die Prüfung von Stoffen und Bauteilen sind jeweils gesonderte Regelwerke heranzuziehen. Bei der Überarbeitung der DIN 18917 „Vegetationstechnik im Landschaftsbau – Rasen und Saatarbeiten“ gab es den Wunsch, den Fertigrasen detaillierter zu regeln, sodass dafür ein eigenes Regelwerk geschaffen werden musste.

Eine weitere Neuheit wurde in den neuen „TL Fertigrasen“ mit der Einführung von Kategorien umgesetzt. Damit gibt es unterschiedliche Anforderungen an einen bestimmten Kennwert, der die Qualität eines Produktes beschreibt. Dieses wird deutlich, wenn in einem Anwendungsfall der Fertigrasen für ein Bundesligastadion und in einem anderen Anwendungsfall an einer Böschung im Straßenbau eingesetzt werden soll. Daher werden die unterschiedlichen Kennwerte sowohl weit als auch eng gefasst. Da der Produzent des Fertigrasens den konkreten Anwendungsfall in der Regel nicht kennt, dienen die Kategorien der Klarheit beim Vertragsabschluss. Außerdem bieten sie den Anbietern die Möglichkeit, die Produktion auf feste, standardisierte Kenngrößen abzustimmen und dem Kunden ganz bestimmte Kategorien anzubieten. Eine gewisse Unschärfe wird es immer dann geben, wenn es sich um natürliche Produkte handelt. So ist es durch den vorhandenen Anzuchtboden naturbedingt unmöglich, einen Fertigrasen herzustellen, der steril und gänzlich frei von Samen, Tieren, Pilzen und dergleichen ist. Gerade diese gehören zu einem belebten Boden dazu. Die Grenze der nachteiligen oder schädlichen Beeinträchtigung für den Fertigrasen ist fließend und deshalb im Einzelfall abzuwägen. Das typische Phänomen der Hutpilze im Rollrasen stellt in der Regel keine Beeinträchtigung dar. Gleiches gilt für die sich ständig ändernde Verfügbarkeit von Saatgut und den Einfluss auf das Endprodukt. So wurde in den neuen „TL Fertigrasen“ der Kreis der möglichen Sorten dadurch sehr weit gefasst, dass alle internationalen Prüfstellen anerkannt werden.

Moderation:

Prof. Martin Thieme-Hack

Gremienpublikationen:

Technische Lieferbedingungen Fertigrasen, 2016, 1. Ausgabe

Ansprechpartner FLL-Präsidium

Prof. Martin Thieme-Hack                                                

Ansprechpartner FLL-Geschäftsstelle:

Christian Schulze-Ardey

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