RWA Gütebestimmungen Baumschulpflanzen (mit AG "Verticillium dahliae")

Gremienhintergrund/-ziel

Im Dezember 2009 wurde der RWA wieder aktiviert, um das Thema „Verticillium dahliae“ zu diskutieren. Seit einiger Zeit werden immer wieder Welkeerscheinungen und das Absterben von Trieben bei Acer mit einem Verticillium-Befall in Verbindung gebracht. Die Infektion mit Verticillium erfolgt vom Boden aus über die Wurzel. In abgestorbenen Pflanzenteilen bildet der Pilz Mikrosklerotien aus, mit denen er mehrere Jahre im Boden überdauern kann. Eine chemische Bekämpfung ist bisher nicht möglich. Nach Auftreten der Schadsymptome ist i. d. R. die Quelle des Befalls unklar. Infektionen können zurückgeführt werden auf einen Befall der gelieferten Gehölze, eine Verseuchung des Endstandortes oder des verwendeten Substrates mit Verticillium.

Nach den FLL-„Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen“ dürfen Gehölze keine durch Krankheiten, Schädlinge oder Kulturmaßnahmen hervorgerufenen Mängel aufweisen, welche den Wert oder die Tauglichkeit für den vorgesehenen Gebrauch mindern. Sie müssen so gesund, ausgereift, abgehärtet und akklimatisiert sein, dass das Anwachsen und die weitere Entwicklung nicht gefährdet sind. Diese Regelung muss im Einzelfall ausgelegt werden, weil es für „gesund“ bei der Vielzahl von möglichen Erkrankungen keine messbaren Prüfkriterien gibt oder es nur solche gibt, die mit unverhältnismäßigem Aufwand verbunden sind. Anders ist es bei dem Schaderreger Verticillum dahliae. Hier hat sich ein kostengünstiges Verfahren in über 10-jähriger Anwendungspraxis als tauglich erwiesen. Die Nachweismethode beruht weitestgehend auf der Forschungsarbeit von Prof. Dr. Christian Neubauer. Die Hochschule Osnabrück sowie die Labore der Pflanzenschutzämter in Oldenburg und Bonn konnten in gemeinsamen Ringversuchen und über ihre langjährige Untersuchungstätigkeit umfangreiche Erfahrungen mit der Methode sammeln. Das Auftreten der Verticillium-Welke kann mit Hilfe dieser Methode vorbeugend verhindert werden, wenn der Boden von Kulturflächen und Endstandorten bzw. der verwendeten Substrate im Vorfeld ihrer Nutzung auf den Erreger getestet werden. Die AG Verticillium dahliae des RWA hat die Methode nun mit entsprechenden Regelungen zur Probenahme ergänzt und in „Technischen Prüfbestimmungen“ zusammengeführt. 

Die letzte umfangreich aktualisierte Ausgabe erschien 2004. Mittlerweile besteht erneut Bedarf, das Regelwerk zu überarbeiten. Bei der nun anstehenden Überarbeitung sollen die Inhalte der Gütebestimmungen in der praktischen Anwendung überprüft und ggf. durch neue Erkenntnisse ergänzt und verbessert werden.

Der Regelwerksausschuss soll in Abstimmung mit dem Bund deutscher Baumschulen e. V. (BdB) am 20. September 2016 neu konstituiert werden.

Die Fachwelt erhält nun die Möglichkeit, der FLL-Geschäftsstelle Ergänzungs- und Korrekturvorschläge zu den FLL-„Gütebestimmungen für Baumschulpflanzen“ mitzuteilen. Konkrete und begründete Textvorschläge zur Überarbeitung des Regelwerkes können bis zum 15. Oktober 2016 an die FLL-Geschäftsstelle geschickt werden. Interessierte können zur Aufbereitung ihrer Stellungnahme unter diesem Link ein entsprechendes Formblatt downloaden.

Der RWA konstutiiert sich am 20. September 2016.

Gremienleitung

Prof. Martin Thieme-Hack

Ansprechpartner FLL-Präsidium

Christoph Dirksen

Ansprechpartnerin FLL-Geschäftsstelle

Tanja Büttner

Gremienpublikationen

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