RWA Gebietseigenes Saatgut

Gremienhintergrund/-ziel

Bei Begrünungen in der freien Natur besteht gemäß Bundesnaturschutzgesetz ein Genehmigungsvorbehalt gegen die Verwendung von Pflanzen gebietsfremder Arten (BNatSchG § 40 Abs. 4). Eine Ausnahme bildet der Anbau von Pflanzen in der Forst- und Landwirtschaft. Nach Ablauf einer Übergangsfrist bis 1. März 2020 wird diese Regelung verbindlich. Ziel der naturschutzrechtlichen Vorgabe ist der Schutz vor Florenverfälschung und die Erhaltung der Biologischen Vielfalt.

Mitte Mai 2014 wurden zu diesen gesetzlichen Vorgaben erstmals die „Empfehlungen für Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut“ veröffentlicht und regeln seitdem den Einsatz von gebietseigenem („autochthonem“) Saatgut in Form von Regiosaatgut (RSM REGIO) und außerdem den Einsatz von naturraumtreuem Saatgut oder Diasporengemischen z. B. in Form von Mäh- und Druschgutübertrag.

Gebietseigenes Saatgut basiert auf der Verwendung von Wildformen aus definierten Herkunftsgebieten. Dies können Naturräume sein (naturraumtreues Saatgut) oder die 22 Ursprungsgebiete für Regiosaatgut. Die Grundlage für Regiosaatgut bildet das an der Leibniz-Universität Hannover aufgestellte Regiosaatgut- und Regiopflanzgutkonzept mit seinen 22 Ursprungsgebieten und definierten Auswahlkriterien für die zu verwendenden Wildpflanzenarten (s. www.regionalisierte-pflanzenproduktion.de).

Die Einteilung der 22 Ursprungsgebiete ist als Grundlage in der Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV 2012) des BMELV verankert.

Bei Regiosaatgut ist in den verschiedenen Ursprungsgebieten jeweils die Verwendung von bestimmten Arten möglich, welche z. B. aufgrund ihrer Verbreitung dort positiv gelistet sind. Diese Positivlisten weichen in den unterschiedlichen Ursprungsgebieten voneinander ab. Die RSM REGIO berücksichtigen diese Differenzierung.

In einem „offenen Brief“ an die FLL sowie in der Fachöffentlichkeit hat der Verband deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten e. V. (VWW) Kritik an den FLL-„Empfehlungen für gebietseigenes Saatgut“ geübt. Zusätzlich zu dieser Kritik an den FLL-Empfehlungen stellt der VWW auch die Einteilung der 22 Ursprungsgebiete in der Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV 2012) des BMELV infrage. Diesbezüglich wurde der FLL ein Expertentreffen aller betroffenen Akteure im BMELV angekündigt, dass diese Kritik klären soll. Die FLL spricht sich strikt für eine Beibehaltung des Regiosaatgut- und Regiopflanzgutkonzept als Grundlage in der Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV 2012) aus...

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Aktuelles:

Literatur und Links:

Gremienleitung:

  • Dr. Frank Molder, (Fördererkreis Landschafts- und Sportplatzbauliche Forschung e.V., FLSF), Gunzenhausen

Gremienmitglieder:

  • Klaus Altmiks (Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen e.V., FGSV),
    Gelsenkirchen
  • Peter Bott (Verband der Begrünungs-Systemhersteller e.V., VBSH), Bühl
  • Dr. Holger Buschmann, (Naturschutzbund Deutschland e.V., NABU), Hannover
  • Martin Degenbeck, Veitshöchheim
  • Joe Engelhardt, Gangkofen
  • Dr. Hermann Freudenstein (Bundessortenamt), Hannover
  • Prof. Dr. Eva Hacker (Gesellschaft für Ingenieurbiologie e.V.), Aachen
  • Dr. Dierk Kunzmann, Wiefelstede
  • Kornelia Marzini, Würzburg
  • Cornelia Pacalaj, Erfurt
  • Siegfried Pimpi, München
  • Prof. Dr. Rüdiger Prasse, Hannover
  • Hubert Richter, Krefeld
  • René Schubert (Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V., DVL), Ansbach
  • Corinna Wurmstein (Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V., BDP), Bonn
  • Joachim Zeller, Eichenbühl-Riedern

Beratend wirken mit:

  • Dr. Walter Bleeker, (Naturschutzbund Deutschland e. V., NABU), Osnabrück
  • Prof. Klaus Werk, (Bundesverband Beruflicher Naturschutz e.V., BBN, Hochschule Geisenheim University), Geisenheim

Gremienpublikationen:

Empfehlungen für Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut, normativ, Ausgabe 2014

Ansprechpartner FLL-Präsidium   

Christoph Dirksen 

Ansprechpartner FLL-Geschäftsstelle:

Christian Schulze-Ardey

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