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Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem Infoletter werden Ihnen Informationen und exklusive Zusatzinformationen zu den

FLL-Verkehrssicherheitstagen 2012 

"Bäume und Spielgeräte/Spielplätze im Fokus der Verkehrssicherheit"

7. bis 9. November 2012 in der Beuth Hochschule Berlin übermittelt.

Im Oktober 2011 fanden die ersten FLL-Verkehrssicherheitstagestatt und wurden von der Praxis sehr gut angenommen. Daher sollen sie zu einer festen Einrichtung werden. In diesem Jahr wird der Themenkomplex noch um die Verkehrssicherheit auf Spielplätzen erweitert. Im Vordergrund stehen aktuellste Fachfragen und brennende Probleme rund um die Verkehrssicherheit von Bäumen im Wald und in der Stadt sowie von Spielplätzen und Spielgeräten. Aktuelle Rechtsprechung zur Verkehrssicherungspflicht von Bäumen im Wald, zu Grenzbäumen und von Spielplätzen sowie die rechtliche Einschätzung von Artenschutz und Verkehrssicherheit werden mit ihren verschiedenen Besonderheiten aufgegriffen und durch Praxisberichte ergänzt. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die mit Baumkontrollen, Baumuntersuchungen und Spielplatzkontrollen zu tunhaben – Kommunen, Kommunale Gebietskörperschaften, Mitarbeiter von Forstverwaltungen und andere Baumeigentümer, Sachverständige, Baumpfleger, Baumkontrolleure, Spielplatzkontrolleure, Spielplatzbetreiber und Ausführungsbetriebedes Garten- und Landschaftsbaus sowie Juristen

Neben den verschiedenen Vorträgen bleibt bleibt ausreichend Zeit für Diskussionsbeiträge und Fragen aus dem Publikum.




Programm+Anmeldung, Veranstaltungsort, Anreise-/Hotelinformationen

Die FLL-Verkehrssicherheitstage finden in der Beuth Hochschule für Technik in Berlin. statt. Im Programmflyer finden Sie ausführliche Informationen zur Veranstaltung.

>>> Programm+Anmeldung

>>> Anfahrtbeschreibung+ Hotelinformationen


Tagungsprogramm für den 7. November 2012





Baumkontrollen im stadtnahen Wald - z.B. an Grillplätzen, Reitwegen, Mountainbikestrecken, Waldkindergärten, Friedwäldern

Kirstin Nieland, Baumsachverständige, Bochum
Dr. Hans-Joachim Schulz, Baumsachverständiger öbv, Düsseldorf/Waldbröl

Der Vortrag Baumkontrollen im stadtnahen Wald betrachtet die im urbanen Wald gegebenen besonderen Problemstellungen und Anforderungen an die Baumkontrolle und Verkehrssicherungspflicht. Der Focus liegt auf der Frequentierung durch die Erholungsuchenden, daraus resultierend auf der berechtigten Sicherheitserwartung des Verkehrs sowie der aktuellen Rechtsprechung. In diesem Zusammenhang ist z. B. der Fall Detmold und das im Oktober zu erwartende BGH Urteil zu nennen. Anhand praktischer Beispielfälle aus dem geleasten deutschen Ballungsraum werden Problem- bzw. Konfliktlösungen aufgezeigt.

>>> Vita Kirstin Nieland

>>> Vita Dr. Hans-Joachim Schulz

>>> Deutsche Akademie für Sachverständige dasgruen.de

 




Frequentierung der Wälder durch Besucher am Beispiel der Stadt Düsseldorf

Paul Schmitz, Städtische Forstverwaltung, Düsseldorf

In dem Vortrag möchte ich das Thema Verkehrssicherung im Wald aus der Sicht eines städtischen Forstbetriebes darstellen. Wie sieht die Nutzung durch Waldbesucher in einem großstadtnahen Erholungswald aus ? Was bedeutet das für einen kommunalen Forstbetrieb in einem solchen Ballungsraum ? Welche Rolle spielt die Verkehrssicherung in der ganzheitlichen und nachhaltigen Betrachtung des Waldes ?

>>> Vita Paul Schmitz

>>> Homepage Stadt Düsseldorf, Forstamt




Baumkontrollen an Gewässern

Wolfgang Klein, Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Sparte Bundesforst, Abteilung Dienstliegenschaften, Bonn

Baumkontrollen an Bundeswasserstraßen im Rahmen eines Pilotbetriebes beim Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim.
Ausgangsvoraussetzung war die Anwendung des „Leitfadens Baumkontrolle an Bundeswasserstraßen“ des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung vom Mai 2009.
Angesprochen werden: Umsetzung der Vorgaben des Leitfadens, Ergebnisse des Pilotbetriebes, Erfahrungen, Schlussfolgerungen

>>> Vita Wolfgang Klein

>>> Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Sparte Bundesforst




Grenzbäume – Verkehrssicherungspflicht und Hinweispflicht kommunaler Baumkontrolleure

Ass. jur. Armin Braun, GVV-Kommunalversicherung, Köln

Ausgangspunkt ist das Grenzbaumurteil des BGH vom 02.07.2004 – V ZR 33/04 -. Dieses wird inhaltlich kurz zusammengefasst und analysiert, einschließlich der sich hieraus ergebenden Konsequenzen für die Verkehrssicherungspflicht und Baumkontrolle bei Grenzbäumen. Thematisiert wird weiterhin die Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen mit unklaren Eigentumsverhältnissen, ferner bei Bäumen auf Privatgrundstücken, die eine Gefahr für den öffentlichen Straßenraum oder angrenzende öffentliche Grundstücke darstellen. Dabei ist immer zu differenzieren zwischen der Haftung im Schadensfall im Außenverhältnis zu geschädigten Dritten und der Haftungsverteilung im Innenverhältnis zwischen mehreren Gesamtschuldnern. 

>>> Vita Armin Braun

>>> Homepage GVV-Kommunalversicherung

>>> Bundesarbeitsgemeinschaft Deutsche Kommunalversicherer




Massaria: Der Abbruchzeitraum – Behauptungen und Ergebnisse von Feldversuchen

Arne Thun, Stadt Essen und Gernot Fischer, Stadt Marl

>>> Vita Gernot Fischer

>>> Homepage Stadt Marl

>>> Homepage Stadt Essen - Grün und Gruga Essen




Kontrolle von Platanen bei Massaria-Verdacht – Vorstellung der „Essener-Methode“

Dr. Jürgen Kutscheidt, Sachverständigenbüro „Der Gesunde Baum!?“

Durch die Massaria-Erkrankung der Platane kann es zu Ausbrüchen von befallenen Ästen kommen. Zum Teil sind die Äste noch belaubt bis es nach einigen Monaten zum Bruchversagen kommt. Das schnelle Absterben und Brechen beruht auf der Fähigkeit des Massaria-Pilzes (Spanchnonema platani) sich im Holz durch Zellöffnungen von einer Zelle zur nächsten sehr schnell auszubreiten.
Bei den Untersuchungen in Essen wurden fast 1200 Platanen zunächst vom Boden aus auf einen Massaria-Befall hin kontrolliert. Fast 85 % dieser Bäume wiesen einen Befall auf, wobei hiervon etwas mehr als die Hälfte der Fälle bereits sicherheitsrelevant waren. An 209 Platanen bestand ein Befallsverdacht, der dann mittels Hubsteigereinsatz überprüft wurde.
Die Auswertung der umfangreichen Kontrolldaten ermöglichte Hinweise für Pflegemaßnahmen im Platanenbestand. Zudem konnte eine Kontrolle - die „Essener-Methode“ -,die vom Boden aus durchgeführt wird, entwickelt werden. Durch diese intensive Sichtkontrolle kann ein wesentlicher Anteil der befallenen Äste erkannt werden. In Zweifelsfällen (Einzelfällen) ist weiterhin eine Hubsteigerkontrolle nachzuschalten. Ihre Anzahl verringert sich jedoch erheblich und auch die zeitlichen Abstände zwischen den Steiger-Kontrollen können verlängert werden, so dass erhebliche Kosteneinsparungen möglich sind. Erste Schulungen der „Essener-Methode“ haben bereits stattgefunden.

>>> Vita Dr. Jürgen Kutscheidt

>>> Homepage Sachverständigenbüro: Der gesunde Baum


Tagungsprogramm für den 8. November 2012



Baumkontrolle/ -pflege und Artenschutz. Aktuelle rechtliche Bewertung und Rechtsprechung

Christian Hönig, BUND, Berlin

Bäume bieten von den Wurzeln bis zur Kronenspitze einen reichen Lebensraum für allerlei Tiere und auch Pflanzen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu unserer heimischen Artenvielfalt. Wenn während der Vegetationsperiode Fällung und starke Rückschnitte gesetzlich untersagt werden geschieht dies nicht zum Schutze des Baumes als solchen sondern zum Schutz seiner möglichen Bewohner.

Viele Baumbewohner besiedeln gezielt besonders ältere und morsche Bäume weil sie nur dort die für sie lebensnotwendigen Bedingungen vorfinden. Für den Arten- und Naturschutz wird also der Lebensraum Baum in der Regel umso wertvoller, je höher sein Pflege- und Kontrollaufwand wird. Dies führt oft zu Konflikten zwischen Verkehrssicherungspflicht und Artenschutz und häufig auch zu Auseinandersetzungen mit der lokalen Bevölkerung. Solche Streitfälle sind nicht nur unangenehm sondern können für knapp kalkulierende Unternehmen auch wirtschaftliche Konsequenzen haben.

Der Vortrag beleuchtet die aktuelle Rechstlage zu den Belangen des Artenschutzes bei der Kontrolle und Pflege von Bäumen. Er soll allen, die beruflich und fachlich mit Bäumen arbeiten einen Überblick über die geltenden Bestimmungen und Vorschriften bieten und liefert auch einen Ausblick was aus Sicht des Naturschutzes noch notwendig ist um die Artenvielfalt im Lebensraum Baum nachhaltig zu sichern.

>>> Vita Christian Hönig

>>> Homepage BUND

 




Höhlenbäume: Erhalt von wertvollen Lebensräumen unter Berücksichtigung der Verkehrssicherung – Ergebnisse eines DBU-Projektes

Dr. Markus Dietz, Institut für Tierökologie und Naturbildung, Laubach

Alte Bäume mit Höhlungen werden im urbanen Raum von einer Vielzahl von Tierarten als Schlafplatz, zur Aufzucht der Jungtiere und als Winterquartier genutzt. Höhlenbäume sind aufgrund ihrer hohen ökologischen Bedeutung gesetzlich geschützte Lebensräume und viele der dort lebenden Tierarten sind europaweit streng geschützt, wie z.B. die gesamte Artengruppe der Fledermäuse, die Haselmaus, die meisten Spechtarten und einige Mulmhöhlen bewohnende Käferarten. Ein wesentlicher Gefährdungsgrund für alte Bäume mit Höhlungen sind allgemein Maßnahmen der Holzernte, Parkpflege und insbesondere der Verkehrssicherung. Vor allem im urbanen Raum besteht ein erhöhter Sicherungsbedarf der Verkehrswege und damit eine Gefährdung des Lebensraumes Baumhöhle. Die Stadt Frankfurt am Main geht mit der Erfassung ihrer Baumhöhlen und der darin lebenden Tierarten einen offensiven Weg der Vermeidung von Umweltschäden bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Verkehrssicherung. Übergeordnetes Ziel des hier vorgestellten und von der deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekts ist die Erstellung eines Praxis-Leitfadens zur Berücksichtigung von Höhlenbäumen und Baumhöhlen bewohnenden Tierarten bei Verkehrssicherungsarbeiten. Vorgestellt werden Erfassungsmethoden, tierökologische Erkenntnisse sowie Erkennungsmerkmale der von Tieren genutzten Baumhöhlen sowie Vermeidungsstrategien unter Berücksichtigung der Verkehrssicherung.>>> Vita Dr. Markus Dietz

>>> Homepage Institut für Tierökologie und Naturbildung




Praktischer Artenschutz im Rahmen von Baumkontrollen

Dr. Andreas Plietzsch, öbv SV Sachverständigenbüro J. Brehm, Bestensee

Der Artenschutz genießt aus naturschutzfachlicher Sicht in Deutschland einen hohen Stellenwert. Dies kann auch die praktische Tätigkeit von Baumkontrolleuren und Sachverständigen im Rahmen von Baumkontrollen beeinflussen.

Es werden die rechtlichen und fachlichen Grundlagen des Artenschutzes und seine Bedeutung bei der praktischen Durchführung von Baumkontrollen beschrieben. Dabei wird auch auf die praktische Durchführung von Baumkontrollen eingegangen (zeitliche Abläufe, Umfänge, Verantwortlichkeiten). Im Mittelpunkt der Ausführungen stehen die praktischen Kenntnisse, die ein Baumkontrolleur besitzen muss, um den Vorgaben gerecht zu werden.

Konflikte können sich immer dann ergeben, wenn die Baumkontrollen selbst von artenschutz-rechtlichen Regelungen beeinflusst werden bzw. wenn die Empfehlungen aus den Kontrollen den Artenschutz berühren. Anhand von praktischen Beispielen wird das mögliche Konfliktpotenzial aufgezeigt und es werden Möglichkeiten diskutiert, wie Baumkontrollen, baumpflegerische Maßnahmen und artenschutzrechtliche Belange in Einklang gebracht werden können. Dabei wird ausdrücklich auf die geltenden fachlichen Regelungen zur Baumkontrolle und zur Baumpflege Bezug genommen.

 >>> Vita Dr. Andreas Plietzsch

>>> Homepage jochen brehm – Sachverständigenbüro für Garten und Landschaft




Wiederherstellung der Verkehrssicherheit – Festlegung und Umsetzung von baumpflegerischen Maßnahmen nach der ZTV-Baumpflege

Dr. Christian Rabe, öbv Sachverständiger, ISA Präsident, Chapter Germany, Freiburg

Wenn ein Defekt an einem Baum festgestellt wird und das konkrete Schadensausmaß bekannt ist, gilt es für den Baumverantwortlichen die erforderlichen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit des Baumes festzulegen. Häufig stellt sich hierbei die Frage nach der tatsächlich notwendigen Intensität einer bestimmten Maßnahme. Der Vortrag soll einige, der zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit von Bäumen notwendigen, baumpflegerischen Maßnahmen nach der ZTV-Baumpflege anhand ausgesuchter Fallbeispiele vorstellen und diskutieren. Dabei sollen wichtige Faktoren wie z.B. die Abschätzung der erforderlichen Windlastreduktion bei der Kroneneinkürzung, der sinnvolle Einbau von Kronensicherungssystemen oder der Zweck von Kronenauslichtungen erörtert werden. Der Referent wird hierbei auf die Empfehlungen bzw. Beschreibungen der ZTV Baumpflege 2006, Erfahrungen aus der baumpflegerischen Praxis und z. T. eigenen Untersuchungsergebnissen Bezug nehmen. Bei den vorgestellten Maßnahmen wird nicht nur die praktische Umsetzung beleuchtet, sondern auch der Einfluss der einzelnen Maßnahme auf die Vitalität bzw. auf die nachhaltige Gesundheit des Baumes angesprochen.

>>> Vita Dr. Christian Rabe

>>> Homepage Baumpartner-Breisgau

>>> Homepage des FLL-Mitgliedsverbandes ISA Germany e.V.




Klettergärten – Anforderungen an die Verkehrssicherheit und Besonderheiten bei Baumkontrollen

Andreas Detter, öbv Sachverständiger, Brudi & Partner TreeConsult, Gauting

Hochseilgärten erfreuen sich europaweit zunehmender Beliebtheit. Sie eröffnen vielfältige Erlebnismöglichkeiten, die Menschen offenbar als sehr attraktiv empfinden. Allein im deutschsprachigen Raum werden jährlich auch zahlreiche neue Kletterwälder oder Waldseilparks eröffnet. Diese werden in Baumbeständen errichtet und überwiegend als Freizeiteinrichtung betrieben.Waldseilgärten bergen besondere Risiken für Baumbestand und Nutzer, die vielfach Skepsis hervorrufen. Wenn Teile des Waldes von gewerblichen Anbietern für Erholungs- und Trainingszwecken genutzt werden, stellt sich einerseits die Frage der Verkehrssicherheit der Anlage. Andererseits könnten Schäden an Gehölzen oder an der Bodenstruktur die Nachhaltigkeit der Nutzung gefährden, wenn lebende Bäume dauerhaft als tragende Strukturen in einer Freizeitanlage verwendet werden.Errichtung und Nutzung von Klettergärten in Bäumen unterliegen den speziellen Regelungen einer europäischen Norm (EN 15567). Gleichzeitig gelten die Anforderungen an die Gewährleistung der Verkehrssicherheit nach den Grundsätzen der deutschen Rechtsprechung und den fachlichen Ansätzen der FLL Baumkontrollrichtlinie. Insofern besteht ein vergleichsweise hohes Maß an Planungssicherheit bezüglich des Umfangs und der Häufigkeit von Kontrollen.Jedoch ergeben sich einige Besonderheiten für die Baumkontrolle in Kletterwäldern. Die Gehölze unterliegen im Tragwerk eines Waldseilgartens ungewöhnlichen Beanspruchungen, die in Forschungsprojekten untersucht wurden. Zugleich liegen inzwischen Erfahrungswerte zu möglichen Auswirkungen der Nutzung auf den biologischen Organismus Baum und seine tragenden Teile vor. Daraus resultieren Anforderungen an die Kenntnisse des Baumkontrolleurs, die über das ansonsten übliche Maß hinausgehen, und in diesem Vortrag dargestellt werden sollen.

>>> Vita Adreas Detter

>>> Homepage TreeConsult




Wenn Bäume zu Spielgeräten werden – Auswirkungen auf den Baum als Lebewesen und die Verkehrssicherheit

Dr. Hans-Joachim Schulz, öbv Sachverständiger, Waldbröl/Düsseldorf

 

>>> Vita Dr. Hans-Joachim Schulz

>>> Deutsche Akademie für Sachverständige dasgruen.de




Baumkontrollen an Waldwegen – Aktuelles aus der Rechtsprechung

Burkhard Pauge, Richter am VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs, Karlsruhe

Vorgesehen ist u.a. die Besprechung des Urteils des OLG Saarbrücken vom 9. November 2011 (1 U 177/10 – 46). In dem Rechtsstreit geht es u.a. um Fragen der Verkehrssicherungspflichten eines privaten Waldbesitzers. Eine Spaziergängerin kam zu Schaden, als von einer circa 5 m neben einem Forstwirtschaftsweg stehenden Eiche ein Ast herabfiel. Nach Auffassung des OLG Saarbrücken ist auch ein privater Waldbesitzer, der weiß, dass sein Wald von Erholungssuchen-den frequentiert wird, zumindest eingeschränkt verkehrssicherungspflichtig. Er sei gehalten, in gelegentlichen Begehungen die am Rande der Erholungswege stehenden Bäume zu kontrollieren und einzuschreiten, wenn sich ihm konkrete Anhaltspunkte für eine besondere, unmittelbare Gefährdung böten. Diese Voraussetzungen hat das Oberlandesgericht im Streitfall bejaht, da der herabgefallene Ast die Charakteristik eines so genannten "Löwenschwanzastes" (eines schräg abstehenden Astes mit beeindruckender Masse, der nur von einer "Laubquaste" ernährt wird) besessen habe (vgl. OLG Report Mitte 1/2012 Anm. 6). Das Oberlandesgericht hat die Revision zugelassen. Das Revisionsverfahren ist beim Bundesgerichtshof anhängig (VI ZR 311/11). Verhandlungstermin ist auf den 2. Oktober 2012 anberaumt.

>>> Vita Burkhard Pauge

>>> Homepage Bundesgerichtshof


Tagungsprogramm für den 9. November 2012



Verkehrssicherheit auf Spielplätzen – Kontrollen und Anforderungsprofil an Spielgeräte aus der Sicht der Rechtsprechung

Burkhard Pauge, Richter am VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs, Karlsruhe

Gegenstand des Referats sind Fragen der Verkehrssicherungspflichten auf Kinderspielplätzen. Insbesondere soll eingegangen werden auf

  • die Person des Verkehrssicherungspflichtigen,
  • Sicherheitsanforderungen an die Beschaffenheit des Spielplatzes (Lage, Umgebung, Bodenbeschaffenheit, Pflanzenbewuchs auf und neben dem Platz, Einzäunung etc.),
  • Sicherheitsanforderungen an die Beschaffenheit der Spielgeräte (Standort, Material, Funktionsweise, Schutzvorrichtungen, vorgesehene und tatsächliche Verwendung),
  • Besonderheiten der Sicherungspflicht für „Anlagen mit Risikocharakter“ (Abenteuerspielplätze, Freizeit und Erlebnisparks),
  • Kontroll- und Aufsichtspflichten (hinsichtlich des Zustands der Einrichtung und ihrer tatsächlichen Benutzung, Verhinderung missbräuchlicher Benutzung),
  • Eigenvorsorge der Benutzer.

>>> Vita Burkhard Pauge

>>> Homepage Bundesgerichtshof




Normenüberblick – Sicherheitsrelevante Anforderungen an Spielplätze und Spielgeräte

Berthold Tempel TÜV Rheinland LGA Products GmbH

Der Vortrag stellt die gültige Normung, deren rechtliche Grundlagen sowie die Normentwicklung von der Deutschen zur Europäischen Norm vor. Die Teilnehmer erhalten einen Normenüberblick und Hinweise über die wichtigsten Inhalte zum Thema Kinderspielplätze: Planung, Spielplatzgeräte, Montage und Wartung.

>>> Vita Berthold Tempel

>>> Homepage TÜV Rheinland




Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit: Betreiberprobleme u. aktuelle Schadensfälle – ein bebilderter Überblick

Mario Ladu, öbv Sachverständiger, Spielplatzmobil GmbH, Ingelheim

Die Sicherheit auf den öffentlichen Spielplätzen obliegt in der Regel den angegliederten Bauhöfen oder Eigenbetrieben. Aufgrund vielseitiger Aufgaben, knapper Kassen und Personalengpässen soll der Spagat für eine wirtschaftliche und breitflächige Unterhaltung gewährleistet werden.

Oft werden z.B. Gewährleistungsansprüche nicht eingefordert und die Beseitigung von Norm Verstößen an den Spielgeräten soll der Bauhof „so nebenbei“ miterledigen. Quer durch die Republik kommen an dieser Stelle die Bauhöfe an ihre Leistungsgrenzen.

An einem Spielplatz mit vielen unterschiedlichen Geräten möchte ich aufzeigen wie schwer die leichtfertig „aufgetragene Mangelbeseitigung“ umzusetzen ist.

Eine aus der Praxis gesammelte Bilderreihe von den verschiedenen Lösungsmöglichkeiten von Problemstellungen zeigt auf, dass auch mit kleinem Budget Fehler behoben werden können.

Kuriose Schadenfälle (auch Unglücke dürfen noch geschehen):

  • Holzhackschnitzel durch den Fuß gebohrt
  • Halsfangstelle an Palisaden
  • Beispiel für von Forderungen eines Anwaltes an den Betreiber
  • u.ä.

>>> Vita Mario Ladu

>>> Homepage Spielplatzmobil GmbH




Die Sicherungspflichten des Spielplatzbetreibers – Einzelfälle aus der täglichen Praxis und Haftungsvermeidung

Ralf Mandernach, GVV-Kommunalversicherung, Wiesbaden

In einer Gesellschaft, in der die soziale Absicherung der individuellen Lebensrisiken einen besonders hohen Stellenwert genießt, ist der Schutz von Leben und Gesundheit unserer Kinder in besonderem Maße zu gewährleisten. Dem gesellschaftlichen Wunsch nach persönlicher Absicherung bei Unfällen mit schwerwiegenden Folgen entsprechend, hat auch die Zivilgerichtsbarkeit die Messlatte für die Sicherheit von Spielplätzen sehr hoch gelegt: Kinder und Eltern dürfen uneingeschränkt auf die Verkehrssicherheit der Geräte und des Platzes vertrauen. Kommt es dennoch zu einem Unfall, wird sehr häufig neben dem zivilrechtlichen Ausgleich auch eine strafrechtliche Sanktion gesucht. Die betroffenen Eltern wollen den Verantwortlichen bestraft sehen. Bei schweren Verletzungen oder gar dem Tod eines Kindes wird dem Spielplatzbetreiber zudem das Interesse der Staatsanwaltschaft und der Medien in besonderem Maße zuteil werden.

Die für den Betrieb eines Spielplatzes Verantwortlichen sind deswegen gut beraten, die Sicherheitsanforderungen für Spielplätze sehr ernst zu nehmen. Von der Planung über die Errichtung bis hin zum laufenden Betrieb sind die technischen Vorgaben und die Anforderungen der Rechtsprechung lückenlos einzuhalten. Fehlendes Personal oder – in Zeiten einer dramatischen kommunalen Finanzkrise – fehlende finanzielle Mittel dürfen nicht dazu führen, dass diese Aufgaben vernachlässigt werden.

Im Vortrag werden aus Sicht eines Kommunalversicherers anhand von Einzelfällen die Verkehrsicherungspflichten für Spielplätze, die Haftungsverantwortlichkeiten sowie die Anforderungen an die Organisation des Spielplatzbetriebes dargestellt.

>>> Vita Ralf Mandernach

>>> Hompage GVV Kommunalversicherung




Einsatz von Messtechnik bei der Holzuntersuchung von Spielgeräten

Dipl.-Phys. Frank Rinn, öbv Sachverständiger, RINNTECH, Heidelberg

Zum Glück sind noch nicht alle Geräte auf Spielplätzen aus Stahl, Beton oder Kunststoff aufgebaut. Denn Holz ist nicht nur aus ökologischer Sicht diesen anderen Materialien vorzuziehen. Bei der Konstruktion entsprechender hölzerner Konstruktionen ist jedoch nicht nur die Sicherheit der Kinder zu berücksichtigen, sondern auch der konstruktive Holzschutz – denn auf chemischen Holzschutz sollte man gerade auf Spielplätzen weitestgehend verzichten. Und dann sind hölzerne Konstruktionen regelmäßig auch auf ihren inneren Zustand hin zu prüfen. Eine visuelle Inspektion mit Klopfprobe reicht dabei in der Regel leider nicht aus, weil die gravierenden Schäden meist unsichtbar im Inneren der Hölzer oder unter der Bodenkante vorliegen. Zur korrekten Untersuchung und verlässlichen Zustandsbeurteilung wird grundlegendes Wissen über Holz und seine Struktur wie auch über typische Schäden sowie die Möglichkeiten und Grenzen der technischen Untersuchung benötigt.

>>> Vita Frank Rinn

>>> Homepage des FLL-Mitgliedsverbandes ISA Germany e.V.

>>> Homepage RINNTECH




Umsetzung der Verkehrssicherungspflicht - Erfahrungen und Lösungsansätze am Beispiel der Stadt Regensburg

Dipl.-Ing. Leitender Gartendirektor, Ernst Stösser, Gartenamt der Stadt Regensburg.

Betreiber von Kinderspielplätzen und Spieleinrichtungen haben eine große Verantwortung. Insbesondere Kommunen, die in ihren Städten eine Vielzahl von öffentlichen, immer zugänglichen Spieleinrichtungen betreiben, die darüber hinaus noch Vandalismus und anderen schädigenden Einflüssen ausgesetzt sind, müssen sicherstellen, dass die Verkehrssicherheit zu allen Zeiten gewährleistet ist. Gerichte, Unfallversicherer und die vorliegenden Sicherheitsbestimmungen stellen hohe Anforderungen an die Gemeinden. Diese und die übrigen Betreiber von Spieleinrichtungen sind deshalb verpflichtet, ein Sicherheitsmanagement einzurichten und das Personal hierfür bereit zu halten. Die DIN 1176 Teil 7 und der neue DIN-Fachbericht (DIN SPEC 79161) beinhalten Anforderungen an die Qualifizierung des entsprechenden damit befassten Personals, weshalb die Stadt Regensburg für die Qualifizierung der Mitarbeiter sehr viel Zeit und Finanzmittel aufwendet. Über eine Dienstanweisung wird die Kontrolle der Verkehrssicherheit auf städtischen Kinderspiel- und Bolzplätzen geregelt. Grünanlagen- und Kinderspielplatzaufseher, die unter anderem mit Kontrollen betraut sind haben Zugriff auf die Datenbank des Grünflächeninformationssystems, welches auch über eine Fachschale Kinderspielplätze verfügt. Für die Arbeit vor Ort verwenden die 3 beim Gartenamt der Stadt Regensburg damit befassten Fachkräfte für die visuelle Routineinspektion, die operative Inspektion und die jährliche Hauptinspektion i-Phones, die über eine notwendige Software verfügen und einen kurzen drahtlosen Weg bei Mängeln zur Abteilungsleitung bzw. zu den Werkstätten ermöglichen.

>>> Vita Ernst Stösser

>>> Homepage Stadt Regensburg, Gartenamt




Umsetzung der Verkehrssicherungspflicht – Erfahrungen und Lösungsansätze am Beispiel der Allbau AG in Essen

Dipl. Ing. Wolfgang Telöken Allbau Management mbH , Essen

Das Thema der Verkehrssicherheit hat in der Wohnungswirtschaft in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. In Abhängigkeit der Gesellschaftsgröße erfolgt die Umsetzung hinsichtlich der Beauftragung und der Dokumentation jedoch sehr unterschiedlich.

Grundlage bei der Allbau AG für die Verkehrssicherungspflicht ist das sogenannte „Pflichtenheft“. In diesem Pflichtenheft sind Prüfelemente wie Bäume, Spielgerät etc. aufgelistet. Zu jedem Prüfelement wird ein Prüf-Rhythmus mit Verantwortlichkeit hinterlegt. Ebenso wird definiert wie die Kontrolle durchgeführt werden muss.

Die Beauftragung der Kontrollen erfolgt an Garten- und Landschaftsbaubetriebe, die auch die Grünpflege durchführen. Ein Nachweis über die Fachkunde für Spielpatz- und Baumkontrollen muss durch die Betriebe erbracht werden.

Durch ein Baum- und Spielplatzkataster ist die genaue Zuordnung der Kontrollpflichten gewährleistet. Die Zuordnung von weiteren Kontrollpflichten wie z.B. Treppen und Wegflächen erfolgt durch sog. Pflegeeinheiten (zusammenhängende Wohnanlage). Die genaue Zuordnung der zu prüfenden Elemente ist für die Rechtssicherheit der Kontrollen von großer Bedeutung.

Die Information zur Durchführung der Prüfung erfolgt über ein Verkehrssicherungsprogramm, das web-basiert arbeitet. Wird die Kontrolle nicht in den hinterlegten Zeitraum durchgeführt, wird der Auftraggeber durch das System informiert. Beim Verstreichen eines weiteren, festgelegten Zeitraumes geht die Information an den Beauftragten für Verkehrssicherungskontrollen. Durch definierte Eskalationsstufen erreicht im Extremfall die Information über die Nichtdurchführung der Kontrolle den Vorstand des Unternehmens.

Ähnliche Eskalationsstufen gibt es für den Fall einer Mangelmeldung. Die Zeiträume sind nach der Notwendigkeit (z.B. Unfallgefahr) festgelegt. Die Mangelbeseitigung wird im System festgehalten. Hierdurch entsteht eine lückenlose Dokumentation zur Verkehrssicherung.

Zur rechtlichen Absicherung werden die Kontrollen beim Auftragnehmer ausgedruckt und vom Kontrolleuer unterschrieben. Diese Dokumente werden beim Auftraggeber 5 Jahre archiviert. Da die kontrollierende Firma auch die Grünpflege durchführt, wird bei den Pflegekontrollen auch die Verkehrssicherheit überprüft und dokumentiert.

Andere Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft trennen die Aufgaben der Grünpflege und der Verkehrssicherungskontrollen bei der Vergabe der Leistungen.

Obwohl bei der Allbau AG in den letzten Jahrzehnten kein schlimmerer Unfall in den Freianlagen und auf den Spielplätzen vorgefallen ist, gab es jedoch einen Fall, der die Staatsanwaltschaft beschäftigte. Durch ein damals noch über Listen geführtes System konnte aber eine ordnungsgemäße Kontrolle nachgewiesen werden. Der Fall wurde eingestellt.

Der Vortrag soll anhand diverser praktischer Fallbeispiele aus dem Bereich der Stadt Remscheid diese bislang vollkommen unberücksichtigte Problematik beleuchten sowie Handlungs- und Regelungsbedarf ggf. über Waldflächen hinaus aufzeigen.

>>>Vita Wolfgang Telöken

>>> Homepage Allbau Management GmbH




Verkehrssicherheit von Skate- und Bikeanlagen

Ralf Maier, maier landschaftsarchitektur, Köln

1.Was sind Skate- und Bikeanlagen
2. Überblick über die Nutzer der Anlagen
3. Welche Anlagetypen gibt es?
4. Was ist bei der Planung zu beachten?
5. Unterschiedliche Bauweisen (Holz, Asphalt, Stahl, Beton)
6. Arten und Zuständigkeit für Inspektionen7. Inspektionsintervalle, Inspektionsumfang, Inspektionsbericht

Der Schwerpunkt des Vortrages liegt auf den Punkten 5, 6 und 7.

>>> Vita Ralf Maier

>>> Homepage maier landschaftsarchitektur






Moderation der Veranstaltung

Die Moderation der Verkehssicherheitstge wird von FLL-Geschäftsführer Jürgen Rohrbach und Dr. Hans-Joachim Schulz Leiter des RWA Verkehssicherung/Baumkontrollen übernommen.





 

Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.

Friedensplatz 4
53111 Bonn
  Tel:
Fax:
0228 / 965010-0
0228 / 965010-20
  E-Mail:
Web:
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www.fll.de
 
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