Bauwerksbegrünung als Maßnahme zur Gesundheits-förderung - Bindung von Luftschadstoffen durch wandgebundene Fassadenbegrünungen

Kilian van Lier, M.Sc., seit April 2019


In vielen Städten Deutschlands ist die Luft aufgrund von zu hohen Konzentrationen zahlreicher Luftinhaltsstoffe schädlich für Menschen, Tiere und Ökosysteme. Besonders die Konzentrationen von Sticksstoffoxiden, Feinstäuben und Ozon sind gemessen an den geltenden Grenzwerten zu hoch.

Mit einer erhöhten Luftschadstoffbelastung und der Überschreitung von Grenzwerten kann man unterschiedlich umgehen. Eine mögliche Antwort auf die genannten Risikobereiche kann die Verwendung flächendeckender und weitläufig eingesetzter Bauwerksbegrünungen als Gebäudeoptimierung sein, da sie platzsparend und effektiv in das Stadtsystem integriert werden können.

Hinsichtlich der genauen Potenziale einer Gebäudebegrünung zur Luftfilterungsleistung, fehlen insbesondere bei der wandgebundenen Begrünung noch Daten zur Einschätzung. Die Filterung von Luftschadstoffen durch Pflanzen im städtischen Umfeld wird durch mehrere Parameter wie Exposition, Pflanzenart und Wüchsigkeit beeinflusst. Um einzuschätzen, welchen Beitrag wandgebundene Fassadenbegrünungen in urbanen Lufthaushalten leisten können, werden Vergleichsmessungen in verschiedenen Städten und im Labor durchgeführt.

Die aus den Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse können in die Diskussion über die Leistungsfähigkeit von Gebäudebegrünungen zur Luftschadstoffbelastung einfließen. Städte und Gebäude zu begrünen, ein positives Lebensumfeld und gesunde Lebensverhältnisse zu schaffen sind wesentliche Herausforderungen zukünftiger Stadtentwicklung. Dieses Promotionsvorhaben wird sich mit der Forschung aktiv an diesem Prozess beteiligen.