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FLL-Fachtagung verdeutlicht zunehmende Bedeutung von gebietseigenem Saatgut (z. B. RSM Regio) für den Erosions-, Bienen- und Naturschutz

Mit der Fachtagung „Gebietseigenes Saatgut (z.B. RSM Regio) und Regel-Saatgut-Mischungen Rasen (RSM Rasen) – Ausschreibungen, Erosions-, Bienen- und Naturschutz“...

Mit der Fachtagung „Gebietseigenes Saatgut (z.B. RSM Regio) und Regel-Saatgut-Mischungen Rasen (RSM Rasen) – Ausschreibungen, Erosions-, Bienen- und Naturschutz“ am 5. Dezember 2017 an der Opens external link in new windowBayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim (LWG Veitshöchheim) hat die FLL einen breiten Themenansatz und eine Diskussionsplattform zum fachlichen Austausch angeboten.

Dr. Hermann Kolesch, Präsident der LWG Veitshöchheim, begrüßte zunächst die 85 Teilnehmer und stellte die Aufgaben und Ziele der LWG Veitshöchheim vor.
Jürgen Eppel, Leiter des Institutes für Stadtgrün & Landschaftsbau an der LWG Veitshöchheim und Mitglied desdiesen Verweis im selben Fesnter öffnen FLL-Präsidiumsdiesen Verweis im selben Fesnter öffnen, erläuterte in seiner Begrüßung kurz die wesentlichen Aspekte zum Leistungsspektrum der FLL.

Martin Degenbeck stellte im Anschluss ein Forschungsprojekt der LWG vor, in dem an drei regional und klimatisch unterschiedlichen Standorten in Bayern ein Begrünungspr-jekt für Mittelstreifen an mehrspurigen Straßen/Autobahnen in Form von Ansaaten auf Hochbeeten durchgeführt wurde. Drei eigene entwickelte Kräutermischungen in Erweiterung der praxisüblichen Begrünungsmischungen durch gräserlastige Landschaftsrasen (RSM Rasen 7.2.2) wiesen u. a. tiefstreichende und trockenheitsverträgliche Wurzelsysteme auf. Als Ergebnis war festzustellen, dass die RSM Rasen 7.2.2 an allen drei Standorten in der Gesamtbewertung gegenüber den eigenen Kräutermischungen unterlag.
Auch Dr. Molder stellte eigene Begrünungsprojekte vor, bei denen die Verwendung einer RSM Regio-Mischung und einer RSM Rasen-Mischung (nach RSM 7.1/7.2) verglichen bzw. untersucht wurde. „Die landschaftsbauliche Eignung einer RSM Regio-Mischung steht der von Landschaftsrasen nach RSM Rasen 7.1/7.2 nicht nach. Insbesondere die tiefere Durchwurzelung der RSM  Regio förderte tendenziell die Stabilisierung von Böschungen,“ interpretierte er die Untersuchungsergebnisse.

Gebietseigenes Saatgut und Bienen-/Naturschutz

Mit der Thematik ‚Bienen- und Naturschutz‘ wurden die Aufgaben und Ziele des FLL-Arbeitskreises (AK) Bienenweide vorgestellt, der bereits seit 2015 einen aktiven Beitrag für den Schutz von Bienen leistet.
Dr. Ingrid Illies, Opens external link in new windowInstitut für Bienenkunde und Imkerei, LWG Veitshöchheim und Leiterin des AK Bienenweide, stellte verschiedene Möglichkeiten zur Förderung von Wild- und Honigbienen im städtischen und ländlichen Raum vor. Neben einer auf Bienenschutz ausgerichteten Gestaltung von Hausgärten im städtischen Raum, z. B. durch Verwendung von Pflanzen mit einem reichen Pollenertrag oder dem Einsatz von Nistkästen für Bienenvölker bestehen im ländlichen Raum andere Möglichkeiten, wie z. B. die Begrünung von Straßenböschungen und Ackerrandstreifen mit Wildkräutern.

Prof. Dr. Bernd Grünewald, Opens external link in new windowInstitut für Bienenkunde Oberursel, Polytechnische Gesellschaft, Goethe-Universität Frankfurt am Main, ging im Schlussvortrag auf Gefahrenquellen für Honig- und Wildbienen ein, welche insbesondere durch Pflanzenschutzmittel, Krankheiten und den massiven Artenschwund auftreten: „Das massive Insektensterben ist messbar und erfährt immer mehr mediale Präsenz“. Er untermauerte diese Aussage mit unbequemen Zahlen: „80 % der Blütenpflanzen hängen von Insekten ab. Der Wert der Ökosystemdienstleistung durch wildlebende Insekten beläuft sich alleine in den USA auf 57 Milliarden US-$ pro Jahr!" Prof. Grünewald riet aber auch zur Besonnenheit: „‘Bienensterben‘ ist ein Begriff der Medien! Kein Grund zur Panik, aber zur Sorge!“ Neben direkten Schäden für Honig-/Wildbienen durch Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, z B. in der intensiven Landwirtschaft, wies er auch auf indirekte Schädigungen für Honig-/Wildbienen hin, welche durch die Verwendung bestimmter Pflanzenschutzmittel entstehen, die nicht nur in der intensiven Landwirtschaft sondern auch in Hausgärten angewendet werden. Diese wirken sich negativ auf die Biodiversität der Blütenpflanzen und damit auf das Nahrungsangebot und die Pollenversorgung für Honig-/Wildbienen aus.


Bild 2: ... und viele Möglichkeiten zum Fachaustausch

Am Ende der Fachtagung bedankten sich Teilnehmer, Referenten, Aussteller und Werbepartner für die spannenden, lehrreichen Vorträge sowie für die vielen Möglichkeiten zum fachlichen Austausch während der Vorträge und in den Pausen.

Auch die FLL zeigte sich als Veranstalter über die Ergebnisse der Fachtagung sehr zufrieden; diese werden bereits im Rahmen der Regelwerksarbeit, z. B. in den FLL-Dachbegrünungsrichtlinien, Ausgabe 2018, aktiv umgesetzt: Unter dem Abschnitt 13.2.1 heißt es:

„Für Dachbegrünungen nach Vorgabe des Naturschutzes oder als Beitrag zur Artenvielfalt können die FLL-„Empfehlungen für Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut“ herangezogen werden. Die „Hinweise für die Ausschreibung von Saatgut nach RSM Rasen oder nach Begrünungen mit gebietseigenem Saatgut“ (Beiblatt zur FLL-„Regel-Saatgut-Mischungen Rasen - RSM Rasen“) sind zu berücksichtigen.“

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